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Mandrot

Porträt von Claude Mandrot. Zeichnung mit Aquarell- und Pastelltönungen von Benjamin Bolomey, um 1803 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Collection iconographique vaudoise; Fotografie Claude Bornand).
Porträt von Claude Mandrot. Zeichnung mit Aquarell- und Pastelltönungen von Benjamin Bolomey, um 1803 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Collection iconographique vaudoise; Fotografie Claude Bornand). […]

Erstmals im 15. Jh. in Rances bezeugtes Geschlecht. Die direkten Nachfahren von Jean, der 1518 Erbgutverwalter der Waadt war, teilten sich in die beiden Linien von Morges und Yverdon, die in der Folge stets getrennt blieben. 1540 erhielt Amé, Generalkommissar der Waadt, das Bürgerrecht von Yverdon. Die Fam. stieg über lange Zeit sozial ab, bis Frédéric (->) dem Niedergang ein Ende setzte. Zwei Ausnahmen bildeten dessen Cousins, die im Ausland Karriere machten: Jean-Pierre war 1725 für einen engl. Händler in Venedig tätig und erhielt 1750 die brit. Staatsbürgerschaft, während Abraham-Samuel (1794), ein bedeutender Tuchhändler in Exeter, 1767 Engländer wurde. Frédéric gründete ein blühendes Import-Exportgeschäft, das auf engl. Produkte spezialisiert war und später von seinem Sohn Louis (->) und seinem Enkel David-François (->) weitergeführt wurde. Nach einer längeren Expansionsphase machten die Revolution und die Kontinentalsperre der Firma zu schaffen, worauf die M. das Geschäft 1812 offenbar einstellten.

Die andere Linie erwarb gegen 1538 das Bürgerrecht von Morges und 1783 jenes von Saint-Prex. 1675-87 besass Pierre, Rat und Vogteirichter, das Recht, mit einer Barke zwischen Morges und Genf Waren zu transportieren. 1538 waren die M. Herren von Vullierens, 1663 von Châtel-sur-Morat, 1777 Eigentümer des Schlosses Echichens und der Weide von Chalet Neuf (Gem. Le Lieu, 1814 veräussert). Sie zeichneten sich in fremden Diensten aus und wurden dafür 1763 von Ks. Franz I. geadelt, worauf die M. das Adelsprädikat trugen. Sie heirateten in die Fam. Beausobre, Forel, Warnery, Pourtalès und Gingins ein. Die M. brachten sowohl im Ancien Régime wie auch im 19. Jh. mehrere Pfarrer - u.a. François-Samuel (1723-1812) - und Notablen hervor, beispielsweise den Waadtländer Grossrat Claude (1756-1835), Henry (->) und Louis-Alphonse (->).

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 6, 912-915
  • Livre du Recteur 4, 417 f.
  • H. Jahier, Angleterre et Suisse romande, 1994 (Mikrofichen)
  • H. Jahier, «Le commerce international», in Histoire d'Yverdon 2, hg. von D. de Raemy, C. Brusau, 2001, 235-256
  • P.-Y. Favez, G. Marion, Le Grand Conseil vaudois de 1803, 2003, 120 f.