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Maurice E.Müller

Der Mäzen (links) mit dem Architekten Renzo Piano (Mitte) an der Pressekonferenz vom 9. Dezember 1999, an der das Projekt Zentrum Paul Klee den Medien vorgestellt wurde © KEYSTONE / Edi Engeler.
Der Mäzen (links) mit dem Architekten Renzo Piano (Mitte) an der Pressekonferenz vom 9. Dezember 1999, an der das Projekt Zentrum Paul Klee den Medien vorgestellt wurde © KEYSTONE / Edi Engeler. […]

28.3.1918 Biel, 10.5.2009 Bern, ref., von Volketswil. Sohn des Jacques, Unternehmers, und der Violette geb. Huguenin. 1946 Martha Lüthi. Medizinstud. in Neuenburg und Bern, 1944 Staatsexamen in Lausanne, 1946 Dr. med. in Zürich. Weiterbildung in Jimma (Äthiopien), Liestal und Freiburg. Oberarzt an der Klinik Balgrist in Zürich, 1957 Habilitation in Orthopädie. Ab 1960 leitete M. als Direktor die orthopäd.-traumatolog. Abteilung der chirurg. Klinik des Kantonsspitals St. Gallen. Ab 1963 wirkte er als o. Prof. an der Univ. Bern und bis 1980 als Direktor der Universitätsklinik für orthopäd. Chirurgie am Inselspital. Angeregt u.a. von Robert Danis in Brüssel, entwickelte M. ab 1951 zahlreiche Instrumente, Platten und Prothesen, die der operativen Knochenbruchbehandlung und als Hüftgelenkersatz dienten. 1958 rief er mit Robert Schneider, Martin Allgöwer, Hans Willenegger, Walter Bandi und weiteren acht Gründungsmitgliedern die 1987 mit dem Marcel-Benoist-Preis ausgezeichnete Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) ins Leben, deren Methodik weltweite Verbreitung fand. 1967 eröffnete M. eine eigene Praxis im Berner Lindenhofspital und gründete die Firma Protek AG zur Herstellung von Hüftprothesen. 1989 erwarb Sulzer eine Mehrheitsbeteiligung an Protek, 1992 die ganze Firma. Die 1974 aus der 1967 gegr. Fondation Protek hervorgegangene Fondation Maurice E. Müller fördert in Europa und Übersee die orthopäd. Forschung, Ausbildung und Evaluation. 1998 stiftete das Ehepaar M. 70 Mio. Fr. für das Zentrum Paul Klee in Bern. Als einer der weltweit bedeutendsten Orthopäden zwölffacher Ehrendoktor, zahlreiche Ehrenmitgliedschaften und Gastprofessuren. 2006 Ehrenbürger von Bern.

Quellen und Literatur

  • Die hüftnahen Femurosteotomien, 1957 (21971)
  • (zusammen mit M. Allgöwer und H.R. Willenegger) Technik der operativen Frakturenbehandlung, 1963
  • (mit M. Allgöwer und H.R. Willenegger) Manual der Osteosynthese, 1969 (31992)
  • M. Stuber, S. Kraut, Der Marcel Benoist-Preis 1920-1995, 1995, 226
  • Der Bund, 24.3.1998
  • U.F.A. Heim, Das Phänomen AO, 2001
  • Berner Tbl., 16.4.2003
  • Sternstunden der orthopäd. Chirurgie, hg. von J. Aebi-Müller, 2008
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF

Zitiervorschlag

Boschung, Urs: "Müller, Maurice E.", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.07.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/042574/2013-07-03/, konsultiert am 27.10.2021.