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Evangelische Gesellschaften

Im Gefolge des Genfer Réveil (Erweckungsbewegungen) und unter Aufnahme pietist. Gedankenguts (Pietismus) sind ab 1831 mehrere grössere (1831 Genf/Bern, 1835 Zürich) und kleinere E. entstanden. Die über eigene Räume und Prediger verfügenden Vereine setzten sich die Sammlung der bibeltreuen Gläubigen und die Bewahrung der (reformator.) Bekenntnisse innerhalb der ref. Kantonalkirchen zum Ziel. Ihr Anliegen der Reichsgottesarbeit führte zu Konflikten mit liberalen theol., kirchl. wie polit. Strömungen und zu entsprechenden Reaktionen mit der Gründung einer eigenen Theol. Fakultät in Genf 1832, dem Widerstand gegen David Strauss (Straussenhandel) sowie Eduard Zeller, der Gründung evang. Schulen in Bern in den 1850er und der Ablehnung demokrat. Verfassungen in den 1870er Jahren. Die vorerst städt., später auch ländl. und zunehmend konservativen E. betätigten sich in der Inneren sowie Äusseren Mission und Evangelisation, in der Gemeinschaftspflege (Gründung von Minoritätsgemeinden in Zürich), im Verlagswesen und in sozialen Werken (Anstalten, Spitäler, Diakonissen). Personell und strukturell bestehen Verbindungen zu ähnlich ausgerichteten Organisationen (Schweizerische Evangelische Allianz, Christlicher Verein Junger Frauen, Christlicher Verein Junger Männer, Abstinenzbewegung). Trotz vieler Abspaltungen sind immer wieder Brückenschläge gelungen wie 1996 im Kt. Bern die Wiedervereinigung der Evang. Gesellschaft und des Verbandes landeskirchl. Gemeinschaften zum Evang. Gemeinschaftswerk.

Quellen und Literatur

  • Die Religion in Gesch. und Gegenwart 2, hg. von K. Galling, 1958, 77-79
  • Hb. der ref. Schweiz, 1962, 473 f.
  • R. Dellsperger et al., Auf dein Wort, 1981, (mit Bibl.)
  • R. Pfister, Kirchengesch. der Schweiz 3, 1984, 188-198