de fr it

Max LeoKeller

Der Schweizer Nationalsozialist Max Leo Keller beim Verlassen des Luzerner Rathauses, Juni 1948 © KEYSTONE/Photopress.
Der Schweizer Nationalsozialist Max Leo Keller beim Verlassen des Luzerner Rathauses, Juni 1948 © KEYSTONE/Photopress. […]

22.8.1897 Zürich, 13.2.1956 Birmensdorf (ZH), katholisch, von Sarmenstorf, Aarau und Olsberg. Sohn des Franz Alexander und der Frieda geborene Reif. Urenkel des Augustin (->). Clara Kunz. Ingenieur- und politwissenschaftliches Studium in Zürich, Bern und Darmstadt, 1931 Promotion. Ab 1918 Elektroingenieur in der Schweiz und den USA. 1932-1939 Direktor des bernischen Amtes zur Einführung neuer Industrien, dann beratender Ingenieur. Ab 1933 wirtschaftspolitischer Publizist der Nationalen Front, 1938-1939 Verwaltungsratspräsident der frontistischen "Neuen Basler Zeitung". 1940 Gründung der Nationalen Bewegung der Schweiz zwecks Sammlung des zersplitterten Frontismus. Infolge von Audienzen bei Bundespräsident Marcel Pilet-Golaz (Frontistenempfang) und Rudolf Hess galt Max Leo Keller im Deutschen Reich als einflussreichster Schweizer Nazi. Nach seiner Emigration 1941 wurde er Direktor der Hermann-Göring-Werke in Weimar und erstellte Expertisen über die schweizerische Elektrizitätswirtschaft. In deutschem Auftrag versuchte er 1944, die sich bekämpfenden nationalsozialistischen Auslandschweizerbünde zum Bund der Schweizer Nationalsozialisten zu vereinigen. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde Keller wegen Verletzung militärischer Geheimnisse und Angriffs auf die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft zu insgesamt 14 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Energiewirtschaft, 1931
  • Schr. der Nationalen Front, 3, 1933; 9, 1935
  • AfZ, Nachlass
  • B. Glaus, Die Nationale Front, 1969
  • W. Wolf, Faschismus in der Schweiz, 1969
  • H. Wichers, «Die "Neue Basler Zeitung" 1935 bis 1940 und ihre Entwicklung vom rechtskonservativen Parteiblatt zum frontist. Organ», in BZGA 93, 1993, 155-173
Von der Redaktion ergänzt
  • Bakumov, Peter: «The Swiss National Socialist Ideology of Max Leo Keller. A Discourse Analytical Study», in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 72/3, 2022, S. 407-424.
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 22.8.1897 ✝︎ 13.2.1956

Zitiervorschlag

Walter Wolf: "Keller, Max Leo", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.12.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/043421/2011-12-22/, konsultiert am 15.06.2024.