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JackSteinberger

25.5.1921 (Hans Jacob) Bad Kissingen (Bayern), isr., Deutscher, ab 1943 Amerikaner, ab 2000 von Genf, 2006 Ehrenbürger von Bad Kissingen. Sohn des Ludwig, Kantors und Religionslehrers der jüd. Gemeinde, und der Berta geb. May. 1) 1943 Joan Beauregard, 2) 1962 Cynthia Alff. S. besuchte bis 1934 das Realgymnasium in Bad Kissingen. Wegen des nationalsozialist. Terrors schickten die Eltern S. und seinen älteren Bruder im Dez. 1934 nach Chicago, erst 1938 flüchteten sie ebenfalls in die USA. Nach dem Schulabschluss studierte S. Chemie, dann ab 1945 Physik an der Chicago University, wo er 1948 promovierte. 1954 wurde er Professor an der Columbia University New York. 1954-55 entwickelte er mit anderen die Blasenkammer-Technik, mit der er sog. seltsame Elementarteilchen untersuchte. S., Leon Max Ledermann und Melvin Schwartz verwendeten gemeinsam 1961 erstmals Neutrino-Strahlen zum Studium der schwachen Wechselwirkungen und entdeckten so das Müon-Neutrino, wofür sie 1988 den Nobelpreis für Physik erhielten. 1968-86 setzte er seine Forschungen zur endgültigen Aufklärung der schwachen Wechselwirkungen am CERN in Genf fort. S. verbindet profundes theoret. Verständnis mit hervorragender Experimentierkunst, was ihn zur Konzeption und Realisierung entscheidender Experimente der Teilchenphysik befähigte.

Quellen und Literatur

  • (zusammen mit G. Danby et al.) «Observation of high-energy neutrino reactions and the existence of two kinds of neutrinos», in Physical Review Letters 9, 1962, 36-44
  • BHE 2, 1114
  • Nobel Prize Winners, Suppl. 1987-1991, hg. von P. McGuire et al., 1992, 130-132
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 25.5.1921

Zitiervorschlag

Scharf, Günter: "Steinberger, Jack", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/043529/2012-11-07/, konsultiert am 26.10.2020.