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JackSteinberger

25.5.1921 Bad Kissingen, 12.12.2020 Genf, israelitisch, Deutscher, ab 1943 Amerikaner, ab 2000 von Genf, 2006 Ehrenbürger von Bad Kissingen. Sohn des Ludwig Steinberger, Kantors und Religionslehrers der jüdischen Gemeinde, und der Berta geborene May. 1) 1943 Joan Beauregard; 2) 1962 Cynthia Alff. Jack Steinberger besuchte bis 1934 das Realgymnasium in Bad Kissingen, bevor die Eltern ihn und seinen älteren Bruder im Dezember 1934 wegen des nationalsozialistischen Terrors nach Chicago schickten; die Eltern folgten 1938. Nach dem Schulabschluss studierte Steinberger Chemie, dann ab 1945 Physik an der University of Chicago, wo er 1948 promovierte. 1954 wurde er Professor an der Columbia University in New York, wo er 1954-1955 mit anderen die Blasenkammer-Technik entwickelte, mit der er sogenannte seltsame Elementarteilchen untersuchte. Steinberger, Leon Max Ledermann und Melvin Schwartz verwendeten 1961 erstmals Neutrino-Strahlen zum Studium der schwachen Wechselwirkungen und entdeckten so das Müon-Neutrino, wofür sie 1988 den Nobelpreis für Physik erhielten. 1968-1986 setzte er seine Forschungen zur endgültigen Aufklärung der schwachen Wechselwirkungen am Cern (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf fort. Jack Steinberger verband profundes theoretisches Verständnis mit hervorragender Experimentierkunst, was ihn zur Konzeption und Realisierung entscheidender Experimente der Teilchenphysik befähigte.

Quellen und Literatur

  • Gaillard, Jean M.; Steinberger, Jack et al.: «Observation of high-energy neutrino reactions and the existence of two kinds of neutrinos», in: Physical Review Letters, 9, 1962, S. 36-44.
  • «Steinberger, Jack», in: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 2, 1983, S. 1114.
  • Nobel Prize Winners. Supplement 1987-1991, 1992, S. 130-132.
Von der Redaktion ergänzt
  • The New York Times, 16.12.2020 (Nachruf).
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Kurzinformationen
Variante(n)
Hans Jacob Steinberger (Geburtsname)
Lebensdaten ∗︎ 25.5.1921 ✝︎ 12.12.2020

Zitiervorschlag

Günter Scharf: "Steinberger, Jack", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.10.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/043529/2021-10-25/, konsultiert am 21.05.2022.