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Marie deBourbon

30.5.1539 La Fère (Picardie), 7.4.1601 Pontoise (Ile-de-France), kath., Tochter des François de B., Gf. von Saint-Pol, und der Adrienne, Herzogin von Estouteville. 1) Jean de B., Hzg. von Enghien, 2) François II. de Clèves (1562), Hzg. von Nevers, 3) 1563 Léonor d'Orléans (1540-73), Hzg. von Longueville, Fürst von Neuenburg. Nach dem Tod Léonors führte sie zuerst anstelle ihres Sohnes Heinrich I., dann ab 1595 anstelle ihres Enkels Henri II. d' Orléans-Longueville als Regentin die Staatsgeschäfte; dabei zeichnete sie sich durch Tatkraft und Talent bei der Wiederherstellung der fürstl. Autorität und der Sanierung der Finanzen in der Grafschaft Neuenburg aus. Sie machte die Pachtverträge wieder zu einer Ertragsquelle und riss die Kontrolle über das Finanzwesen, das in die Hände der Bürger der Stadt zu entgleiten drohte, an sich. Wie ihr Mann Léonor, der Einzeleinkünfte in einer allg. Steuerkasse zusammengefasst hatte, wirkte sie auf eine Zusammenlegung der Einnahmen hin, wodurch eine striktere Finanzaufsicht ermöglicht wurde. Um die Zirkulation zweifelhaften Münzgeldes fremder Herkunft möglichst zu unterbinden, liess sie selber Münzen prägen. Sie setzte zudem ihre ganze Tatkraft daran, die Herrschaft Valangin der Grafschaft einzuverleiben. Aus diesem Anlass unternahm sie Anfang 1576 ihren einzigen Besuch in Neuenburg.

Quellen und Literatur

  • W. Wavre, E. Demole, «La restauration de l'atelier monétaire de Neuchâtel par Marie de B. en 1588», in Schweiz. numismat. Rundschau 18, 1912, 5-44, 129-142
  • R. Scheurer, Pierre Chambrier, 1988, 7-11, 19-27
  • Hist.NE 2, 21-53
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Zitiervorschlag

Volorio Perriard, Myriam: "Bourbon, Marie de", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.05.2004, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/043626/2004-05-04/, konsultiert am 23.01.2021.