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Deutscher Zollverein

1833 gegründeter Zusammenschluss dt. Staaten zur Bildung einer Wirtschaftseinheit, der bis zur Gründung des Dt. Reichs 1871 Bestand hatte. Die Tagsatzung hegte keine Beitrittsabsichten, verhandelte aber mit den Regierungen der Nachbarländer Bayern, Württemberg und Baden über die Weiterführung der gegenseitigen Handels- und Verkehrsverhältnisse und erreichte 1837 einzelne Zollbegünstigungen. 1838 scheiterte die Aufnahme von Verhandlungen mit dem D. an der Opposition der preuss. Regierung. Trotz der anfangs hohen Zollbelastungen durch den D. blieb der Export schweiz. Güter (v.a. der Textilindustrie) bedeutend.

Nach dem Beginn eines allgemeinen wirtschaftl. Aufschwungs Ende der 1840er Jahre verschlechterten sich die polit. Beziehungen der Schweiz zu den dt. Staaten. 1851 erklärte der D. die der Schweiz 1835-38 zugestandenen Zollerleichterungen für nichtig. Äusserer Anlass war das neue schweiz. Zollgesetz des nun geschlossen auftretenden jungen Bundesstaats; der eigentl. Grund lag jedoch in der Flüchtlingspolitik des Bundes nach den bewaffneten Aufständen in Baden. In der guten wirtschaftl. Konjunktur der 1850er Jahre übte der Wegfall dieser Begünstigungen allerdings keinen einschneidenden Einfluss auf den Handel mit den Zollvereinsländern aus. Als Folge des zwischen Frankreich und dem D. 1862 abgeschlossenen Handelsvertrags mit stark ermässigten Zöllen nahm der schweiz. Bundesstaat mit beiden Parteien Verhandlungen auf. 1864 kam mit Frankreich ein Vertrag mit Meistbegünstigung zustande. 1865 konnte mit den Zollvereinsländern eine Meistbegünstigungsabrede realisiert werden, ein eigentl. Vertrag folgte 1869. Allgemein profitierte die Schweiz von der durch die Gründung des D.s ausgelösten wirtschaftl. Prosperität der dt. Länder, auch wenn Frankreich der wichtigste schweiz. Handelspartner blieb.

Quellen und Literatur

  • A. Hauser, «Die Schweiz und der D.», in SZVwS 94, 1958, 482-494
  • F. von Napolski, Der Weg zum ersten Handelsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland, 1961
  • DDS 1-2
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