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LeopoldSzondi

11.3.1893 (Lipót Sonnenschein, 1911 Namenswechsel) Nitra (Österreich-Ungarn, heute Slowakei), 24.1.1986 Küsnacht (ZH), isr., ab 1959 von Zürich. Sohn des Abraham, Schuhmachers, und der Theresia geb. Kohn. Ilona Livia Radványi. 1911-19 Medizinstud. in Budapest. Psychiater und Assistenzarzt an der Apponyi-Klinik in Budapest, 1919-24 experimentelle Untersuchungen in den Bereichen Endokrinologie und Konstitutionspsychologie, 1927-41 Prof. für Psychopathologie an der Heilpädagog. Hochschule Budapest. 1944 kamen S. und seine Fam. mit dem sog. Kasztner-Transport über das Konzentrationslager Bergen-Belsen in die Schweiz. 1946 liess er sich als Psychologe in Zürich nieder. Zur Diagnose der konstitutionellen Triebstruktur hatte S. 1943-44 den Szondi-Test entwickelt. Er begründete darauf die tiefenpsycholog. Richtung der Schicksalsanalyse und der schicksalsanalyt. Therapie, die in der 2. Hälfte des 20. Jh. v.a. im deutschsprachigen Raum Beachtung fand. 1951 rief er die Arbeitsgemeinschaft für Experimentelle Triebdiagnostik und Schicksalspsychologie ins Leben, 1961 die Schweiz. Gesellschaft für schicksalsanalyt. Therapie. 1969 richtete er das Szondi-Institut Zürich als Lehr- und Forschungsinstitut ein, das er bis 1982 selbst leitete. Dem von Sigmund Freud geprägten persönl. Unbewussten und dem von Carl Gustav Jung eingeführten kollektiven Unbewussten fügte S. das familiäre Unbewusste bei. Gemäss S. konnte sich der Mensch nur durch bewusste Stellungnahme zum Ahnen-Schicksal seiner Fam. seinem Zwangs-Schicksal entziehen. 1970 Dr. h.c. der Univ. Löwen, 1979 der Sorbonne.

Quellen und Literatur

  • B. Kronenberg, Die Schicksalsanalyse und die Lebensgesch. ihres Begründers Leopold S., 1998
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