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Globi

Die Kinderbuchfigur G. wurde 1932 anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Warenhauskette Globus als Werbeträger für Kinder geschaffen. Merkmale der blauen, papageienähnl. Lausbubengestalt sind die karierte Hose und die Baskenmütze. Die Idee zur Comicfigur lieferte Globus-Werbeleiter Ignatius Karl Schiele, Initiant des 1944 gegr. G.-Verlags. G. trat zuerst als überlebensgrosse Werbefigur an öffentl. Veranstaltungen auf. 1935 erschien das erste Buch in Form einer Bildgeschichte ("Globis Weltreise"). Robert Lips zeichnete (später Werner Büchi, Peter Heinzer, seit 1997 ausserdem Heiri Schmid), während die Verse ab dem zweiten Band Alfred Bruggmann (später Jakob Stäheli, Robert Bruggmann, seit 1968 Guido Strebel) schrieb. Ab 1938 wurden die G.-Bücher im Jahreszyklus als Bild-, Mal- und Lesebuch in Versform publiziert. 1935-70 erschien monatlich die Jugendzeitschrift "Der Globi" mit Erzählungen, Bastelanleitungen und Rätseln. In den ab 1936 gegr. G.-Klubs bekundeten in den 1930er und 40er Jahren Tausende von Kindern ihre Sympathie mit der Figur. Die Westschweiz und das Tessin konnten sich hingegen nicht für sie begeistern. 1988 wurde von Anne Christiansen G.s weibl. Pendant, die Globine, geschaffen (ein Buch pro Jahr). Während Kritiker in den 1940er und 50er Jahren in G. einen respektlosen Aufschneider sahen und Schundliteratur witterten, legten ihm andere in den 1980er Jahren Rassismus und Chauvinismus zur Last. Ende der 1990er Jahre wurde die forcierte Kommerzialisierung der Figur angeprangert. Im Jahr 2000 erschien "Globi im Märchenreich" als 69. G.-Band (pro Band durchschnittlich 100'000 verkaufte Bücher), 2005 "Globi beim Roten Kreuz" als 73. Band. Die Bücher werden u.a. in Brasilien, den USA, Frankreich, Deutschland, Österreich, Norwegen, Finnland und Schweden vertrieben. Die berühmteste Comicfigur der Deutschschweiz wird mittlerweile auf Kassetten, als Computerspiel, Kasperlifigur und auf Kalendern abgesetzt. Der erste längere G.-Film, der anlässlich von G.s 70. Geburtstag geschaffen wurde, kam 2003 als schweiz.-dt. Produktion in die Kinos.

Quellen und Literatur

  • W. Roth, G., 1992
  • G. und seine Zeit, Ausstellungskat. Winterthur, 2003
  • W. Bellwald, G. - ein Freund fürs Leben, 2003