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AlfredHirs

14.5.1889 Dielsdorf, 5.6.1978 Zollikofen, ref., von Dielsdorf. Sohn des Jakob, Metzgers, und der Elisabeth geb. Nauer. Elisabeth Fischer. H. absolvierte beim Bankhaus Schoop, Reiff & Co. in Zürich eine Banklehre. Nach kaufmänn. Tätigkeit in Rom und Paris trat er 1910 in die Schweiz. Nationalbank (SNB) ein. Er durchlief versch. Abteilungen, hielt sich in Berlin und Wien auf und wurde 1927 Vizedirektor des III. Departements, 1929 des I. Departements. Zwei Jahre später trat H. in die Generaldirektion der Schweiz. Volksbank ein, mit deren Sanierung er betraut war. 1942 kehrte er zur SNB zurück, wo er Generaldirektor und Vorsteher des III. Departements wurde. Damit fiel die Überwachung des Geld- und Kapitalmarktes sowie des Devisenhandels in seine Kompetenz. H. war mitverantwortlich für die umstrittenen Goldankäufe der SNB bei der dt. Reichsbank. Bei den Verhandlungen zum Washingtoner Abkommen 1946 über die Verwendung dt. Guthaben in der Schweiz war H. Delegationsmitglied und wurde wegen seines Verhaltens von Delegationsleiter Walter Stucki, von Bundesrat und im Parlament kritisiert. Mitglieder des Bankenausschusses forderten vergeblich H.' Rücktritt als Generaldirektor und Vorsteher des III. Departements der SNB. Nach seiner Pensionierung 1954 engagierte sich H. in christl. Organisationen (Vizepräs. des Weltbundes der Young Men's Christian Association in Genf, Präs. des Berner Diakonissenhauses). 1955-59 amtierte er als Vizepräsident der Eidg. Bankenkommission und tätigte im Auftrag der ital. Regierung Finanzgeschäfte. 1955 Mitglied der franz. Ehrenlegion. 1958 bzw. 1964 Commendatore bzw. Grossoffizier des Verdienstordens der ital. Republik.

Quellen und Literatur

  • M. Fior, Die Schweiz und das Gold der Reichsbank, 1997
  • Veröff. UEK 16
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Lebensdaten ∗︎ 14.5.1889 ✝︎ 5.6.1978