de fr it

LouisHaefliger

30.1.1904 Zürich, 15.2.1993 Podbrezová (Slowakei), von Reitnau und Zürich, ab 1955 österr. Staatsbürger. Sohn des Johann Adolf, Vizedirektors der Brauerei Hürlimann, und der Ida Hermine geb. Bücheler. 1) 1930 Frieda Schnell, Tochter des Ernst Heinrich, von Güttingen, 2) 1949 Gabriele Groins geb. Maxymovitz, Tochter des Andreas Bela, österr. Staatsangehörige, 3) 1992 Anna Planočková, aus Podbrezová. 1919-22 kaufmänn. Lehre. 1922-24 Angestellter in Zürich, 1924-26 versch. Tätigkeiten in Paris, 1926-45 Angestellter der Bank Leu in Zürich. Im April 1945 fuhr H. als Freiwilliger des IKRK zur Verteilung von Lebensmittelpaketen ins Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich. Aufgrund von Informationen vor Ort, wonach das Lager mit den Häftlingen gesprengt werden sollte, holte er amerikan. Truppen, die Mauthausen am 5. Mai befreiten und etwa 60'000 Überlebende retteten. Diese vom IKRK als Eigenmächtigkeit ausgelegte Handlung hatte H.s Entlassung als Freiwilliger wie als Bankangestellter zur Folge. Als Abenteurer diffamiert, bewarb er sich in der Schweiz vergeblich um eine neue Stelle. 1946 übersiedelte er nach Wien, wo er zeitweise unter schwierigen Bedingungen lebte. 1958-73 war er Angestellter der National Registrierkassen AG (NCR). Erst spät wurde H. als "Retter von Mauthausen" geehrt: 1977 erhielt er das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs, 1980 die Friedensmedaille sowie weitere Auszeichnungen in Israel. 1990 erfolgte die Rehabilitierung durch den Präs. des IKRK. 1950 und 1988 wurde H. für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Quellen und Literatur

  • Österr. Staatsarchiv, Wien, Nachlass
  • AfZ, Zürich, Teilnachlass
  • Der vergessene Retter [Film], Regie: A. Matt, 1988
  • A. Matt, Einer aus dem Dunkel, 1988 (21995)
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Variante(n)
Louis Häfliger
Lebensdaten ∗︎ 30.1.1904 ✝︎ 15.2.1993