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Delessert

Das Schloss von Vincy in Gilly, das die Familie Delessert 1881 kaufte (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).
Das Schloss von Vincy in Gilly, das die Familie Delessert 1881 kaufte (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).

Waadtländer Fam. mit Bürgerrecht in Oron (1430), Cossonay (1614), Genf (1724) und Aubonne (1763) sowie dem Ehrenbürgerrecht von Bursinel (1830). In Oron besassen die D. 1527 vormalige Güter des Klosters Hautcrêt. Aus der Fam. gingen zahlreiche Politiker, Notare, Offiziere, Bankiers und Industrielle hervor. Der aus Oron stammende Abraham (um 1578-1642) war in Cossonay Ratsschreiber und ab 1602 vereidigter Notar. Sein nachgeborener Sohn Jean-Jacques (1643-1704) ist als Kastlan von L'Isle und Stadtvogt von Cossonay bezeugt. Benjamin (1690-1765) wanderte 1721 nach Lyon aus und gründete 1731 eine Handelsfirma, die zur Basis für den Reichtum des franz. Zweigs werden sollte. Die drei Söhne Jean-Jacques (1731-1817), Etienne (1735-1816) und Paul Benjamin (1738-1818) brachten das Unternehmen zur Blüte. Die D. gehörten zu den reichsten und mächtigsten Bankiers von Paris. Etienne (1787 in Frankreich eingebürgert) war Mitbegründer der Banque de France und unterstützte das napoleonische Regime finanziell. Benjamin (1773-1847), einer seiner Söhne, war Baron und Bankrat (régent) der Banque de France und zugleich ein grosser Sammler, Botaniker und Industrieller. Er erfand das Verfahren der Zuckergewinnung aus Rüben. Weitere Nachkommen Etiennes waren der Bankier François, der die Familiengeschäfte übernahm, sowie Gabriel, Polizeipräfekt und Pair de France. Die D. erwarben zahlreiche Güter in der Schweiz und in Frankreich, so die Schlösser von Cossonay (von Jean-Jacques 1693 der Erbengemeinschaft der Penthaz abgekauft und in Familienbesitz bis 1879), Saint-Barthélemy (1806), Vincy (1881) und Lavigny (1886). Sie kauften auch die Güter von Bougy-Saint-Martin (1775), die 1824 durch das Signal de Bougy ergänzt wurden, von Lavaux-sous-Aubonne (1787), von Choisy-sur-Rolle (1828) sowie das Hotel Uzès in Paris.

Quellen und Literatur

  • G. de Lessert, Famille de Lessert, 1902
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Zitiervorschlag

Crivelli, Paola: "Delessert", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.08.2005, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/045131/2005-08-22/, konsultiert am 30.11.2020.