de fr it

JohannSchneider-Ammann

18.2.1952 Sumiswald, reformiert, von Hasle bei Burgdorf. Sohn des Ernst Schneider, Tierarztes, und der Elisabeth geborene Hofmann. Katharina Ammann, Tierärztin, Tochter des Ulrich Ammann und der Katharina geborene Schellenberg. Johann Schneider besuchte 1968-1972 das Gymnasium Langenthal und erhielt 1977 sein Diplom als Elektroingenieur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. 1978-1981 war Schneider-Ammann als Projektleiter bei Oerlikon-Bührle tätig. 1981 trat er ins Maschinenbauunternehmen der Familie seiner Ehefrau in Langenthal ein, dessen operativer Leiter er nach einem 1982-1983 in Paris absolvierten Nachdiplomstudium der Unternehmensführung 1984 wurde. 1990-2010 war er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Ammann Group, daneben auch 1998-2010 Verwaltungsrat der Swatch Group, 1999-2010 Präsident des Verbands der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem sowie Vizepräsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse und 2003-2010 Präsident des Verwaltungsrats des Bieler Maschinenbauers Mikron. 1999-2010 vertrat Schneider-Ammann überdies die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) im Nationalrat. 2010 wurde er als Nachfolger von Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat gewählt, in dem er bis zu seinem Rücktritt 2018 (Nachfolgerin Karin Keller-Sutter) das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (ab 2013 Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung) führte. 2016 amtierte er als Bundespräsident.

Als Unternehmer entsprach Schneider-Ammann weitgehend dem Idealbild des bodenständigen Patrons mit sozialem Gewissen; er vermochte sein Unternehmen auch während der Krise von 1990 erfolgreich zu führen. Der Erhalt des Wirtschaftsstandorts und Werkplatzes Schweiz war sein politisches Hauptanliegen. Der überzeugte Wirtschaftsliberale machte sich während der Finanzkrise 2008-2009 mit seiner Kritik am Geschäftsgebaren der Banken in der eigenen Partei nicht überall beliebt. Als Verfechter des Freihandelsprinzips setzte er sich für einen besseren Marktzugang der Schweizer Industrie ausserhalb Europas – eine Errungenschaft seiner Amtszeit war das Freihandelsabkommen mit China – und für ein Agrarabkommen mit der Europäischen Union ein. In der Europapolitik gilt Schneider-Ammann als Befürworter des bilateralen Wegs. 2010 wurde er Ehrenbürger von Langenthal, 2012 von Affoltern im Emmental. Im Militär war er Oberst im Generalstab.

Quellen und Literatur

  • Bilanz, 13.12.2005.
Von der Redaktion ergänzt
  • Altermatt, Urs: «Johann Schneider-Ammann (1952- )», in: Altermatt, Urs (Hg.): Das Bundesratslexikon, 2019, S. 716-722.
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF

Zitiervorschlag

Stettler, Peter: "Schneider-Ammann, Johann", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.11.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/046584/2020-11-25/, konsultiert am 11.04.2021.