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Doret

Waadtländer Steinmetzfamilie aus Le Locle und Valangin, wo sie den Namen Matthey-D. trug. David, geb. in La Brévine, arbeitete an den Schlössern Vullierens (1713) und L'Isle (1715) und war ab 1716 in Vevey ansässig. Sein Sohn David (um 1706-80) wurde 1735 Bürger von Vevey und 1754 von Corsier-sur-Vevey, wo er eine Steinmetzwerkstatt eröffnete. Seine Brüder Henri und Jean-Marc liessen sich in Seyssel (Ain) und Lyon nieder. Der wirtschaftl. Aufstieg der D.s setzte sich mit den Söhnen von David, Georges-Vincent (1731-81) und Jean-François (1742-1801), fort. 1755 richtete der Ältere in Truchefardel (Gem. Yvorne) eine Marmorsägerei ein, und 1767 kauften die beiden Brüder einen Steinbruch in Saint-Triphon. Paul-François (1763-1829), der Sohn von Georges-Vincent, baute das Unternehmen aus und stieg in den Gipshandel ein. Seine Nachkommen waren freiberuflich tätig. Der dem jüngeren Zweig angehörende Louis (1794-1868) übernahm 1821 die Anlagen in Vevey und kaufte 1829 einem Cousin die Betriebe in Roche und Yvorne ab. Louis hatte seine Ausbildung in Paris bei François Rude gemacht, mit dem er am Arc de Triomphe gearbeitet haben soll. Sein Sohn David Jean Frédéric (1821-1904) wurde Bildhauer und leitete gleichzeitig das Marmorwerk, das nach seinem Tod die Fam. Rossier erwarb. Die Werke der D., gefertigt aus "Marmor" aus dem waadtländ. Chablais, wurden an versch. Orte der Schweiz (Hochaltäre der Abteikirche Saint-Maurice und von St. Michael in Freiburg, Arbeiten an der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn, Jacques Neckers Grab in Coppet), nach Frankreich und sogar nach Russland exportiert.

Quellen und Literatur

  • P. Bissegger, «Une dynastie d'artisans vaudois», in ZAK 37, 1980, 97-122
  • P. Bissegger, «Noir, brun, rouge, violet et jaspé», in Von Farbe und Farben, 1980, 79-84
  • L. Michard, «Le transport sur le Haut-Rhône des marbres de Saint-Bruno de Lyon», in Art et archéologie en Rhône-Alpes 5, 1989, 73-77
  • AKL 29, 55 f.