de fr it

FritzJordi

15.9.1885 Bern, 29.6.1938 Ronco sopra Ascona, von Dürrenroth. Sohn des Friedrich, Typografen und Gründers der Druckerei Jordi in Belp, und der Maria geb. Bähler. Bruder des Eugen (->). 1910 Ida Hofer. 1900-10 Setzerlehre und Setzer im elterl. Betrieb, 1907-08 Wanderjahre in Deutschland und Skandinavien, Anschluss an die Sozialdemokratie, polit. Radikalisierung im 1. Weltkrieg. 1915 gründete J. den Promachos-Verlag, bei dem 1918 die ersten Schriften führender Bolschewiki (u.a. Lenin, Trotzki, Bucharin) in Westeuropa erschienen. Nach dem Landesstreik wurde der Verlag von der Bundesanwaltschaft geschlossen. Ab 1917 lebte J. in Biel mit eigener Druckerei, war Herausgeber und Redaktor zunehmend radikalerer Zeitungen sowie Mentor der Bieler Jungburschen. Ab 1919 gehörte er der Gruppe Forderung an, dann wohl der KPS. 1921 war er Delegierter am dritten Kongress der Kommunist. Internationale in Moskau. Nach Besuchen 1921 und 1922 beim Maler Heinrich Vogeler in Worpswede (Niedersachsen) versuchte J. eine unorthodoxe kommunist. Landkommune zu gründen und entfernte sich vom sowjet. Kommunismus. 1923 kaufte er den Weiler Fontana Martina in Ronco sopra Ascona. Das Projekt entwickelte sich zu einer Künstlerkommune, in der auch Arbeitslose und politisch Verfolgte Aufnahme fanden. 1931-32 gab J. die Zeitschrift "Fontana Martina" mit eigenen siedlungstheoret. und antifaschist. Beiträgen heraus. Mitte der 1930er Jahre scheiterte das Experiment.

Quellen und Literatur

  • Fontana Martina, vollst. Faksimile-Druck [...]. Mit einem Anh. hg. von D. Pforte, 1976 (21981)
  • H.U. Jost, Linksradikalismus in der dt. Schweiz 1914-1918, 1973
  • H.U. Jost, Die Altkommunisten, 1977
  • T. Kästli, Die Vergangenheit der Zukunftsstadt, 1989, 148-150
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 15.9.1885 ✝︎ 29.6.1938