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Varnbüler

Ausgestorbene Familie der Stadt St. Gallen, die im 14. und 15. Jahrhundert durch den Leinwandhandel vermögend geworden war. Mit Ulrich (->) gehörte sie zu den politisch einflussreichsten Familien. Unter Ulrichs Schwester Angela (->) erlebte das Dominikanerinnenkloster St. Katharinen in St. Gallen seine grösste Blütezeit. Ulrichs erster Sohn, Johann (1466-1552), war Bürgermeister in Lindau am Bodensee und Stammvater des württembergischen Familienzweigs, der zahlreiche Rechtsgelehrte, Heerführer und Staatsmänner hervorbrachte. Der zweite Sohn, Ulrich (1474-1545), Verwalter der Kanzlei des Reichskammergerichts, bürgerte sich 1542 in Strassburg ein und begründete den dortigen Zweig. Das von Ulrich 1479 neu erbaute Schloss Weinstein (Gemeinde Marbach SG) blieb bis 1569 im Besitz des württembergischen Zweigs. Der St. Galler Zweig starb in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus.

Quellen und Literatur

  • P. Bütler, Gesch. und Akten des Varnbüler-Prozesses, 1914
  • Dt. Biogr. Enz. 10, 22008, 220

Zitiervorschlag

Rezia Krauer: "Varnbüler", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.02.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/047665/2013-02-21/, konsultiert am 14.06.2024.