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AurelioGarobbio

11.11.1905 Mendrisio, 31.3.1992 Mailand, kath., von Mendrisio. Sohn des Bernardo, Händlers für Baumaterialien, und der Giovanna geb. Barili. 1938 Angelina Ferrario, Angestellte, aus Mailand. Der Journalist und Schriftsteller G., der von 1923 an am Blatt "L'Adula" mitarbeitete, war der kämpferischste unter den Tessiner Irredentisten. Er war ab 1922 in einer Sägerei in Wolhusen beschäftigt und übersiedelte 1925 nach Mailand, wo er für Mussolinis Zeitung "Popolo d'Italia", die "Cronaca Prealpina" von Varese und "La Provincia" in Como schrieb und Redaktor des "Almanacco della Svizzera italiana" war. 1931 gründete er die Zeitschrift "Raetia". Er wurde 1933 Beamter im Pressebüro des Duce bzw. später im Ministerium für Volkskultur, das die Propaganda organisierte. 1934 trat er der faschist. Partei bei. Er gründete noch im gleichen Jahr im Zwist mit der "Adula" das irredentist. Aktionskomitee für Rätien, das Tessin und das Wallis und 1937 die Gruppe Catena Mediana delle Alpi, die - für den Fall einer Aufteilung der Schweiz - eine Grenzziehung zwischen Italien und Deutschland nördlich des Alpenhauptkamms und damit die Eingliederung des Tessins, des Wallis, Graubündens und des Urserentals in Italien forderte. Inhaftiert in Bellinzona, wurde G. 1938 auf Druck des ital. Aussenministers Galeazzo Ciano wieder freigelassen und ging nach Mailand ins Exil. Als Anhänger der Repubblica Sociale Italiana traf er zwischen Nov. 1943 und April 1945 mehrere Male Mussolini. In der Nachkriegszeit kämpfte G. für die Erhaltung der Italianità des Südtirols (1946). Er arbeitete am Institut für internationale polit. Studien und im Informationsdienst des Ministerratspräsidiums (1952). G. verfasste Bücher und Studien über Dialekte, Volkstraditionen und Märchen, die in versch. Sprachen mehrfach aufgelegt wurden.

Quellen und Literatur

  • Museo del Risorgimento (Mailand), Nachlass G.
  • M. Cerutti, Fra Roma e Berna, 1986
  • P. Codiroli, L'ombra del duce, 1988
  • A. Garobbio, A colloquio con il Duce, hg. von M. Viganò, 1998
  • F. Crespi, Ticino irredento, 2004
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