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Wenger

Schweizer Armeemesser (Sackmesser) mit Stahlklingen und Aluminiumgehäuse, geprägt mit Schweizerkreuz, in Delsberg hergestelltes Modell aus dem Jahr 1977 (Museum für Gestaltung Zürich, Designsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
Schweizer Armeemesser (Sackmesser) mit Stahlklingen und Aluminiumgehäuse, geprägt mit Schweizerkreuz, in Delsberg hergestelltes Modell aus dem Jahr 1977 (Museum für Gestaltung Zürich, Designsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). […]

1893 in Courtételle unter dem Firmennamen Paul Boéchat & Cie. von Messerschmied Joseph Vultier, Mechaniker Achille Maître, Paul Boéchat und Amédée Comte gegr. Messerfabrik. Sie beschäftigte rund 20 Arbeiter, als sie 1896 zur Schweizer Besteck-Fabrik wurde. 1898 übernahm Théo W. die Direktion. 1900 wurde die Fabrik auf das Areal des ehem. Hochofens von Delsberg verlegt. Théo W. kaufte die bankrotte Firma 1907 auf, gab ihr seinen Namen und verhalf ihr zu neuem Aufschwung. Die W. & Co. (ab 1922 eine Aktiengesellschaft) beschäftigte 1914 rund 130 Personen und stellte ab Beginn des 20. Jh. das Schweizer Armeemesser her. Nach dem Ableben Théo W.s wurde sie 1928 vom kaufmänn. Direktor Kaspar Oertli aufgekauft und anschliessend von dessen Sohn Max weitergeführt. Nach 1980 leiteten diverse Direktoren unter dem Präsidium von Max' Schwiegersohn Jacques Saucy die Firma. Zwischen 1945 und 1975 hatte sie rund 130 Angestellte, 1980 200, 1990 mehr als 350, 2005 weniger als 200. Die Firma geriet 2005 in Konkurs, worauf die Fam. Oertli ihr Kapital an die Fam. Elsener, Inhaberin von Victorinox, abtrat. Die W. SA behielt jedoch ihre Autonomie, stellte weiterhin Schweizer Messer her und diversifizierte ihre Produktion (Uhren, Wander- und Reiseaccessoires). Für 2014 ist die Übernahme durch Victorinox vorgesehen, doch soll in Delsberg ein Teil der Produktion bestehen bleiben.

Quellen und Literatur

  • Aus Liebe zum Messer: W., 1993
  • F. Kohler, «Industrialisation de la vallée de Delémont: les débuts de la coutellerie W.», in Actes SJE, 1993, 281-304