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Leonardo da Vinci

5.4.1452 Anchiano bei Vinci (Toskana), 2.5.1519 Cloux-Lucé (Loire), katholisch, später Agnostiker. Uneheliches Kind des Piero, Notars, und der Caterina, Bäuerin. Seine Ausbildung erhielt Leonardo da Vinci an der Schule von Andrea del Verrocchio in Florenz, mit dem er auch zusammenarbeitete. Als Künstler, Wissenschaftler und Autor von Weltruf wirkte Leonardo da Vinci 1482-1515 mit Unterbrechungen in Mailand. Seine Notizen zeugen von Kontakten zu den Gebieten des Herzogs von Mailand, welche die Eidgenossen in den Kriegen 1501-1513 annektiert hatten. Im Codex Atlantico in der Biblioteca Ambrosiana in Mailand finden sich Hinweise auf Orte im Voralpenraum, darunter Bellinzona, und um 1507 auf einen gewissen Bernardo da Ponte Capriasca. Eine Zeichnung von 1515 aus der Serie Sintfluten (Diluvi) in der Royal Library von Schloss Windsor wird mit der Überschwemmung des Flusses Tessin in Bellinzona am 20. Mai 1515 in Verbindung gebracht, deren Ursache der Bruch eines von einem Bergsturz verursachten Damms war (Buzza di Biasca). Starke Indizien deuten darauf hin, dass Leonardo da Vinci das im toskanischen Stil erbaute Rivellino (Bollwerk) des Schlosses Locarno entwarf, das 1507 auf Befehl von Charles II. d'Amboise, Stellvertreter des französischen Königs in Mailand, errichtet wurde. Der Einfluss seiner Kunst im Tessin zeigt sich besonders in den vom Abendmahl (im Mailänder Museum Cenacolo Vinciano) inspirierten Werken, die sich in Ponte Capriasca (Cesare da Sesto), Lugano (Bernardino Luini) und Novazzano (Giovanni Battista Tarilli) befinden.

Quellen und Literatur

  • C. Pedretti, «The Pointing Lady», in The Burlington Magazine 795, 1969, 339-346
  • C. Pedretti, The Literary Works of Leonardo da Vinci 2, 1977, 209
  • L.G. Conato, Leonardo da Vinci nella Valle dell'Adda: fra certezze, ipotesi, suggestioni, 2003, 72
  • M. Viganò, Leonardo a Locarno: documenti per una attribuzione del «rivellino» del castello, 1507, 2008
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Zitiervorschlag

Viganò, Marino: "Leonardo da Vinci", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.12.2006, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/048803/2006-12-15/, konsultiert am 20.10.2020.