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Philibert d'Herwarth

10.9.1644 Lyon, 30.4.1721 Southampton, ref., Franzose, ab 1704 von Vevey. Herr von Les Marais und Frh. von Hüningen. Sohn des Jean Henry, Bankiers, und der Marie Rosine de Rehlingen. Neffe des Barthélemy, Generalkontrolleurs der Finanzen unter Jules Mazarin. 1696 Judith (Jedida Asuba) von Graffenried, Tochter des Abraham, Kammerherrn des Kurfürsten von Sachsen und Mitglieds des Berner Gr. Rats. 1675-85 leitete H. das Familienunternehmen in Arles. Nach der Widerrufung des Edikts von Nantes 1685 flüchtete er in die Vereinigten Niederlande, später nach England. 1690-91 war er Gesandter des engl. Königs Wilhelm III. in Genf, wo ihm die Republik aus Angst vor Ludwig XIV. die Anerkennung als Resident (Botschafter) verweigerte, und 1692-1702 bei den ref. Orten, die er bei der Aufnahme der hugenott. Flüchtlinge unterstützte. Als Königin Anna den Thron bestieg, schied H. aus dem diplomat. Dienst aus und liess sich in Vevey nieder, wo er das schmiedeeiserne Treppengeländer für das neue Rathaus stiftete. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Holland kehrte er 1716 nach England zurück und übernahm 1720 die Leitung des franz. Spitals in London. Eine seiner Töchter heiratete Sigismond de Cerjat. Sein Sohn Jacques-Philippe erwarb 1733 die Herrschaft Saint-Légier-la-Chiésaz.

Quellen und Literatur

  • J. Flournoy, Journal: 1675-1692, hg. von O. Fatio, 1994
  • L. Vial-Bergon, Charles François d'Iberville, 2 Bde., 2003, 59 f.
  • P. Mieg, «Notes biographiques et généalogiques sur la branche française des Herwart», in Bull. de la Société de l'histoire du protestantisme français, 1971, 447-468
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Variante(n)
Philibert d'Herwarth des Marais
Lebensdaten ∗︎ 10.9.1644 ✝︎ 30.4.1721