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Universität Luzern

Mit der Reformation ging die Universität Basel als Bildungsstätte für die katholische Elite verloren. Auf Anregung von Karl Borromäus entstand 1574 das Jesuitenkollegium Luzern, das in der Folge mehrmals ausgebaut wurde. Versuche, die Lehranstalt zur Akademie zu erheben, scheiterten um 1600 und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Gründung der Universität Freiburg 1889 vereitelte Luzerns Chancen auf eine eigene katholische Universität. Das um 1920 verfolgte Projekt einer gesamtschweizerischen katholischen Universität mit Fakultäten in Freiburg und Luzern kam ebenfalls nicht zustande. In der Volksabstimmung von 1978 verwarfen die Stimmberechtigten mit 61'312 Nein gegen 40'093 Ja auch die Idee einer konfessionsneutralen Zentralschweizer Universität Luzern, da weite Kreise diese immer noch als katholisches Projekt auffassten.

Die ab 1973 vom Bundesrat als beitragsberechtigte Hochschule anerkannte theologische Fakultät entwickelte sich dann aber zur Keimzelle der späteren Universität Luzern. Das 1985 angegliederte philosophische Institut wurde mit dem 1989 geschaffenen historischen Lehrstuhl 1993 zur geisteswissenschaftlichen Fakultät erhoben (heute kultur- und sozialwissenschaftliche Fakultät mit zehn Fachbereichen). Im Mai 2000 hiess das Luzerner Stimmvolk das neue Universitätsgesetz mit 72% Jastimmen gut und machte damit den Weg frei zum Ausbau der Universitären Hochschule zur Universität Luzern. 2001 wurde die rechtswissenschaftliche Fakultät gegründet. Die Zahl der Studentinnen und Studenten stieg von 164 2000 auf 2194 2010, wobei 2010 die theologische 214, die kultur- und sozialwissenschaftliche 816 und die rechtswissenschaftliche Fakultät 1146 Studierende aufwies. 2010 arbeiteten 413 Festangestellte und 137 Lehrbeauftragte an der Universität Luzern. Nachdem sich der Standort beim Kasernenplatz als ungeeignet erwiesen hatte, wurde 2005 das Postbetriebsgebäude beim Bahnhof als neues Universitätsgebäude bestimmt und für die Bedürfnisse der Universität Luzern und Teile der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz umgebaut (2011 eröffnet). 2012 bewilligte der Kantonsrat mit Auflagen eine vierte Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Quellen und Literatur

  • A. Mattioli, M. Ries, "Eine höhere Bildung thut in unserem Vaterlande Noth", 2000
Weblinks

Zitiervorschlag

Max Huber: "Universität Luzern", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.01.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/048997/2014-01-14/, konsultiert am 16.04.2024.