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deMontfalcon

Der Name Montfalcon wurde von verschiedenen Familien getragen. Nicht selten werden die Montfalcon auch mit den Montfaucon verwechselt.

Altes Savoyer Geschlecht

Das Geschlecht nannte sich nach der heute in Trümmern liegenden Burg Montfalcon östlich des Lac du Bourget an der Strasse von Annecy nach Chambéry (Savoyen). Ihr erster namentlich bekannter Vertreter ist Gautier de Montfalcon. Er und seine Frau Bulgarda gründeten 1084 das Priorat Saint-Innocent nördlich von Aix-les-Bains (Savoyen). Die Familie spaltete sich in der Folge in mehrere Zweige, unter anderem einen in Genf. Der älteste und wichtigste Zweig entstand durch die Heirat von Heinrich (um 1370) mit Eleonore von Balme, der Erbin von Flaxieu in der Region Bugey, und hiess Montfalcon-Flaxieu. Aus ihm gingen zwei Bischöfe von Lausanne hervor, Aymon (->) und Sébastien (->). Um die Mitte des 17. Jahrhunderts starb die Familie aus.

Familie aus Compesières

Katholische Genfer Familie, ursprünglich aus Novalaise in Savoyen. Die Familie verdankt ihre Niederlassung in Genf dem 1741 erwähnt Pavin, der Pfarrer in Compesières war. Er veranlasste 1763 seinen Bruder Charles, das Amt des Generalpächters der Güter der Malteserritter zu übernehmen, die im Genevois über grossen Besitz verfügten. Ab 1771 nahm Charles zudem den Besitz des Marquis de Challes, Jean-Baptiste Milliet, in Pacht, der Charles 1797 einen Teil seiner in Saconnex liegenden Güter verkaufte. Charles' Söhne Joseph, Richter und 1800-1808 Maire von Compesières, Louis-Apollonie (->), Jean (->), der stellvertretende Kommissär der neapolitanischen Armee André-Charles (1806) und Louis (->) nahmen am politischen, militärischen und gesellschaftlichen Leben ihrer Zeit ebenso aktiv teil wie Louis-Apollonie (->) und Joannès (->). Auguste (1887-1957), der Sohn des Letztgenannten, war Doktor der Rechtswissenschaften, Richter am Genfer Appellationsgericht und Verfasser bemerkenswerter historischer Studien über die Genfer Landschaft und über Compesières (1932). Ende des 18. Jahrhunderts kaufte die Familie Montfalcon ein Gut in Saconnex-Dessous (Saconnex d'Arve, Gemeinde Plan-les-Ouates), wo sie 1855-1856 eine Kapelle in neugotischen Stil errichtete. In Saconnex-Dessus liess sie 1874 den Turm des ehemaligen Schlosses umbauen.

Quellen und Literatur

  • E.A. de Foras, Armorial et nobiliaire de l'ancien duché de Savoie 4, 1900, 91-108
  • J. Delétraz, La commune de Compesières, de sa réunion au Canton de Genève en 1816 à sa division en 1851, 1952
  • E. Ganter, Compesières au temps des Commandeurs, 1971
  • A. Brulhart, E. Deuber-Pauli, Ville et Canton de Genève, 1985, 310 f.

Zitiervorschlag

Ansgar Wildermann; Dominique Zumkeller: "Montfalcon, de", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.01.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/049171/2010-01-21/, konsultiert am 28.01.2023.