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MarcelineMiéville

Marceline Cordone

Marceline Miéville in ihrer Zahnarztpraxis. Die Fotografie wurde für ihre Ständeratswahlkampagne 1959 aufgenommen (Privatsammlung).
Marceline Miéville in ihrer Zahnarztpraxis. Die Fotografie wurde für ihre Ständeratswahlkampagne 1959 aufgenommen (Privatsammlung).

26.10.1921 Lausanne,8.8.2014 Lausanne, konfessionslos, von Lausanne. Tochter des Gymnasiallehrers Raphaël Cordone und der Berthe geborene Collet. 1950 Jean Miéville, Architekt, Sohn des Adrien Miéville, Arztes und Gründungsmitglieds der Partei der Arbeit. Marceline Cordone studierte Zahnmedizin in Lausanne und Genf und schloss 1947 als diplomierte Zahnärztin ab. Die engagierte Feministin war ab 1957 Mitglied in der Lausanner Sektion des Schweizerischen Verbands für Frauenstimmrecht (SVF; Frauenbewegung, Frauenstimmrecht), stand der Drittweltbewegung nahe und spielte eine aktive Rolle in der Schweizer Frauenvereinigung für Frieden und Fortschritt. Sie gehörte der Partei der Arbeit (PdA) und ab 1969 der Revolutionären Marxistischen Liga an. 1962-1969 sass sie im Grossen Rat des Kantons Waadt. Als erste Frau in der Schweiz stellte sich Marceline Miéville einer eidgenössischen Wahl und kandidierte 1959 als Vertreterin der PdA für den Ständerat. Das Ereignis erregte in der ganzen Schweiz und im Ausland grosses mediales Aufsehen. Sie erzielte 15% der Stimmen (17'643) und damit einen Achtungserfolg weit über die Wählerstärke ihrer Partei hinaus. Obwohl den Waadtländerinnen seit der Verankerung des Frauenstimm- und Wahlrechts in Artikel 23 der Kantonsverfassung 1959 die Wahl in den Ständerat offenstand, durften sie jedoch erst 1971 an den Nationalratswahlen teilnehmen. Nach der Scheidung nahm Marceline Miéville 1980 wieder ihren Ledignamen Marceline Cordone an.

Quellen und Literatur

  • Archives cantonales vaudoises, Chavannes-près-Renens, Dossier Agence télégraphique suisse Marceline Miéville (1921-2014).
  • Jeanneret, Pierre: Popistes. Histoire du Parti ouvrier et populaire vaudois, 1943-2001, 2002.
  • Milani, Pauline: Femmes dans la mouvance communiste suisse. La Fédération des femmes suisses pour la paix et le progrès. Un militantisme entre conservatisme et émancipation, 1952-1969, 2007.
  • Miéville Garcia, Ariane: «Hommage à Marceline Cordone», in: Cahiers d’histoire du mouvement ouvrier, 31, 2015, S. 176-180.
Weblinks
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Kurzinformationen
Variante(n)
Marceline Cordone (Geburtsname)
Lebensdaten ∗︎ 26.10.1921 ✝︎ 8.8.2014

Zitiervorschlag

Pauline Milani: "Miéville, Marceline", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.06.2022, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/049176/2022-06-02/, konsultiert am 28.06.2022.