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vonRamosch

Adelsfam. im Dienst der Bf. von Chur, der Herren von Tarasp, des Klosters Marienberg und der Gf. von Tirol. Die R. besassen die gleichnamige Burg als Allod sowie Eigen- und Lehensbesitz im Unterengadin und oberen Vinschgau. Um 1300 gelangten sie durch Erbschaft in Besitz der Burg Wiesberg im Paznauntal. Das Konnubium mit den Gf. von Montfort, den Vögten von Matsch und anderen Vinschgauer Adelsgeschlechtern sowie das häufige Auftreten als Zeugen oder Bürgen für die Landesherren zeigten ihre bedeutende soziale Stellung. Als erster fassbarer Vertreter der Fam. trat Wetzel 1150 als Ministeriale des Bf. von Chur auf. Nannes (erw. 1160-70) war Dienstmann der Herren von Tarasp und verwaltete den Meierhof des Gotteshauses Chur in R. als Lehen, welches 1195 seinem Bruder Swiker (erw. 1195-1228) von Ks. Heinrich VI. aberkannt wurde. Im 13. Jh. waren die Beziehungen zur Grafschaft Tirol sehr eng. Neben Nannes (erw. 1253-86) waren mehrere R. in eine Fehde gegen die Vögte von Matsch verwickelt, in deren Verlauf 1274 das Kloster Marienberg geplündert und 1277 der Abt Konrad (1271-98) von dessen Bruder Friedrich (erw. 1258-91) gefangen genommen wurde. 1317 teilten zwei Brüder den Eigenbesitz des Hauses auf, Johann (erw. 1292-1335) übernahm die Burg R., Nannes (erw. 1303-46) Wiesberg. Den Streit der Söhne Johanns, Swiker (erw. 1339-83) und Konrad (erw. 1339-67), um die Burg R. schlichteten 1365 die Gf. von Tirol. Als Swiker 1367 seinen Bruder erstach und floh, erachtete Tirol die Burg als verfallen und übertrug sie den Vögten von Matsch. Swikers einziger, gleichnamiger Sohn (erw. 1365-96) verkaufte 1369 den Unterengadiner Besitz und liess sich in Laatsch nieder. Mit ihm erlosch Ende des 14. Jh. das Geschlecht.

Quellen und Literatur

  • F. Hammerl, «Die Rechts- und Herrschaftsverhältnisse im Unterengadin», in JHGG 52, 1922, 63-146, (fehlerhaft)
  • O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 210-214
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