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vonSal

Adels- und Ratsfam. des 13.-16. Jh. in Winterthur, die auch Sala oder Saler genannt wurde. Möglicherweise geht das Geschlecht auf die Burgstelle Untersal bei Oberembrach zurück. Allfällige Verbindungen zur gleichnamigen Zürcher Fam. sind nicht geklärt. Heiratsbeziehungen bestanden zum ostschweiz.-süddt. Landadel. Die ersten Namensträger werden ab 1279 als Zeugen, ab 1287 als Ratsherren in Winterthur erwähnt. Regelmässig stellten die S. Kleinräte und Schultheissen (letztmals 1506 mit Hans). Mehrere weibl. Mitglieder der Fam. traten als Priorinnen des nahen Dominikanerinnenklosters Töss hervor. Elisabetha war 1409-25 Äbtissin im Kloster Frauenthal. Ab dem 14. Jh. zählten die S. zu den bedeutendsten Fam. Winterthurs, ihre Geschichte ist eng mit der habsburg. Stadt verknüpft.

Als habsburg. Gefolgsleute besetzten Konrad (1396) und sein Sohn Laurenz 1364-1405 ohne Unterbrechung das Schultheissenamt in Winterthur: Um 1390 war Konrad Mitglied des herzogl. Rats und einer der einflussreichen Politiker der Ostschweiz. Laurenz, ab 1388 im Kl. Rat und ab 1396 Schultheiss von Winterthur, starb in den Appenzeller Kriegen am Stoss 1405 als Anführer der Winterthurer. Seine Schwester Anna war 1400 Priorin im Kloster Töss. Sein Bruder Hans amtierte ab 1407 als Ratsherr und 1409-34 als Schultheiss in Winterthur. Er wahrte die habsburg. Interessen in der Stadt, stiftete 1428 eine grosse Jahrzeit für seine Fam. und erwarb 1429 die Burg Freienstein im unteren Tösstal. Der Enkel von Hans, Laurenz (1468/69), war zwischen 1459 und 1468 mehrmals Schultheiss und leitete 1460 die erfolgreiche Verteidigung Winterthurs gegen ein eidg. Heer. Sein Bruder Rudolf war Mönch in St. Blasien und von 1485 bis ca. 1500 vermutlich Abt des Klosters Beinwil-Mariastein. Ein zweiter Bruder, Konrad, war in habsburg. Diensten im Tirol. Küngold, die Tochter von Laurenz, stand ab 1489 als Priorin dem Kloster Töss vor. Ihr Bruder Hans (1529) wuchs am Innsbrucker Hof auf. Er war ab 1483 der letzte politisch aktive Vertreter der Fam. in der Stadt Winterthur, die 1467 an Zürich verpfändet worden war, indes weiterhin enge Beziehungen zum Haus Habsburg pflegte. Spätestens um 1500 verschlechterte sich die wirtschaftl. Lage der S., trotz des Besitzes von Schloss Girsberg (ZH, 1514-25). Als Hans 1524 als Dank für seine Verdienste in Winterthur eine Spitalpfrund erhielt, hatten seine Söhne die Stadt längst verlassen. Um die Mitte des 16. Jh. starb der letzte männl. Nachkomme im Schwarzwald.

Quellen und Literatur

  • E. Stauber, Die Burgen des Bez. Winterthur und ihre Geschlechter, 1953
  • P. Niederhäuser, «Zweien "gnädigen Herren" untertan», in ZTb 1996, 1995, 135-175
  • HS IV/5, 929, 932 f.
  • P. Niederhäuser, «"Durch der herschafft willen lip und guot gewaget" », in SVGB 122, 2004, 37-58