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Teilsamen

Der Begriff Teilsame wird im Kt. Obwalden uneinheitlich verwendet; er bezeichnet mitunter Korporationen (Sarnen, Lungern), mitunter nur Alpgenossenschaften (Lungern, Giswil) oder auch Alp- und Allmendgenossenschaften (Kerns, Alpnach). Die T. entstanden im alten Teil Obwaldens innerhalb des Kirchgenossenverbands (Kilchhöri), der sich im MA gemäss den Pfarreistrukturen entwickelt hatte. In Engelberg wirken die Strukturen des Klosters nach.

Im Lauf des SpätMA spalteten sich im Innern der (Kirchgenossen-)Gemeinde einzelne T. als Nutzungsverbände ab (Genossenschaft, Nutzungsrechte). Diese Zersplitterung entstand infolge der spätma. Bevölkerungszunahme und der intensiveren Nutzung der Talgüter und Alpen, die der Italienhandel nach sich zog. Sie ist früh fassbar, so sind in Sarnen vorerst sieben, dann die vier - zu Beginn des 21. Jh. Korporationen genannten - T. Freiteil, Schwendi, Ramersberg und Kägiswil bezeugt, die schon 1390 als Prozessparteien auftraten. In Lungern sind ab 1388 die zu Beginn des 21. Jh. noch bestehenden T. Lungern Dorf und Obsee nachgewiesen, zwischen denen im Gegensatz zu den Sarner T. Freizügigkeit herrschte. Die Korporationen der Gem. Sarnen und die T. von Lungern besitzen alles Korporationsgut, also Alpen, Allmend und Wälder zu Eigentum. In den Gem. Kerns, Alpnach und Giswil gehört aller Grund und Boden des Korporationsguts der Korporation zu Eigentum, indes die seit dem 15. Jh. nachgewiesenen T. an den Alpen und/oder Allmenden das alleinige Nutzungsrecht haben; sie legen anhand der Winterungsregel die Alpbestossung fest (Anzahl Kuhschweren). In Kerns entstanden aus den T. inner- und ausserhalb der steinernen Brücke im Lauf der Zeit drei öffentl.-rechtl. Alpgenossenschaften; daneben bestehen noch vier privatrechtl. Alpgenossenschaften. Giswil weist neben der Korporation, der Allmend und Wald gehört, noch die zwei selbstständigen T. Gross- und Kleinteil auf, die für die Alpnutzung zuständig sind. In Sachseln gibt es keine getrennten T., die die Alpnutzung regeln; die Korporation erlässt dort die Alpen-Verordnungen. In Engelberg besitzt neben dem Kloster die Bürgergemeinde Wald und die Alpstafel gehören öffentl.-rechtl. Genossenschaften, dem Kloster und Privaten. Private Alpen bestehen in allen Gem.; 2003 betrug ihr Anteil an den gesamten Alpen im Kanton 17%.

In den letzten Jahren wurden die Einungen (Statutarrechte) der Korporationen und Alpgenossenschaften neuen Gegebenheiten angepasst. So sind nun in Kerns nach der neuen Einung zehn T. für die Allmendverwaltung verantwortlich. In Alpnach wurden die ab 1427 bezeugten, für die Allmend- und Alpnutzung zuständigen T. ob und nid dem Feld aufgehoben.

Quellen und Literatur

  • H. Omlin, Die Allmend-Korporationen der Gem. Sarnen (Obwalden), 1913
  • A. Abächerli, Die Alpwirtschaft im Kt. Obwalden, 1951
  • Obwaldner Heimatbuch, 1953
  • B. Abächerli et al., Alpwirtschaft in Obwalden, 2004