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MarianneDürst Benedetti

24.1.1961 Ziegelbrücke, reformiert, von Schwanden (GL) bzw. Glarus Süd und Walchwil. Freisinnige Politikerin, erste Frau in der Kantonsregierung und erste Frau Landammann von Glarus.

Marianne Dürst als erste Frau Landammann des Kantons Glarus. Fotografie von Eddy Risch, 4. Mai 2008 (KEYSTONE, Bild  51691930).
Marianne Dürst als erste Frau Landammann des Kantons Glarus. Fotografie von Eddy Risch, 4. Mai 2008 (KEYSTONE, Bild  51691930). […]

Marianne Kundert ist die Tochter des Georg Kundert, diplomierten Landwirts und Polizisten sowie Gemeinde- und Landrats der Demokratischen Partei, und der Elsbeth geborene Hefti, gelernte Damenschneiderin. In Ziegelbrücke führten die Eltern eine Erziehungsanstalt für Knaben (ehemalige Armenerziehungsanstalt Linthkolonie), später in Schwanden das Alters- und Pflegeheim. 1968-1973 besuchte Kundert die Primarschule in Niederurnen, beendete 1974 die sechste Klasse in Schwanden und absolvierte 1974-1981 das Untergymnasium und Gymnasium (Typus B) an der Kantonsschule Glarus. Danach arbeitete sie unter anderem als Au-pair in Genf und 1983-1985 als Flight-Attendant bei der Swissair. Die Arbeit als Sekretärin in einem Anwaltsbüro 1985 bewog sie zum Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, das sie 1986 begann und 1991 mit dem Lizenziat abschloss. Im selben Jahr heiratete sie René Dürst (Scheidung 2004). 1992-1995 war Dürst zuerst als Praktikantin, dann als ausserordentliche Gerichtsschreiberin an den Glarner Gerichten tätig. Das Glarner Rechtsanwaltspatent erwarb sie 1995, worauf sie 1996 als erste Frau im Kanton eine eigene Anwaltspraxis eröffnete. 2010 heiratete sie den Arzt Ralph Benedetti.

1989 der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) beigetreten, gehörte Dürst bis 1994 dem Vorstand der Glarner Jungfreisinnigen an. 1992-1996 wirkte sie als Parteisekretärin der FDP Glarus, 1994-1998 als Kantonsschulrätin und 1995-1998 als Schulrätin der Schulgemeinde Glarus-Riedern. In dieser Zeit engagierte sie sich unter anderem in der Arbeitsgruppe Migration und Ausländerpolitik der FDP Schweiz. 1998 wurde Dürst als erste Frau in den Regierungsrat des Kantons Glarus gewählt. Sie leitete bis zu ihrem Rücktritt 2014 das Departement für Volkswirtschaft und Inneres und präsidierte als erste Frau Landammann in Glarus 2008-2010 die kantonale Exekutive. Ihr Name bleibt mit der grossen Strukturreform der Gemeinden verbunden, bei der die Anzahl Gemeinden im Kanton auf drei reduziert wurde. 2001-2008 stand sie den FDP Frauen Schweiz vor.

Auch wenn Dürst Benedetti nach ihrer politischen Karriere an das Obergericht des Kanton Glarus gewählt wurde, orientierte sie sich beruflich um. Ab 2014 studierte sie an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich Spiritualität im Masterstudiengang. 2016-2018 schloss sie die Weiterbildung CAS+ Mediation Wirtschaft und öffentlicher Bereich an der Universität Freiburg ab.

Während ihrer politischen Tätigkeit und darüber hinaus engagierte sie sich in Vereinen und Gesellschaften. So war sie unter anderem 1996 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde der Glarner Landesbibliothek, 2006-2014 Präsidentin der Winterhilfe Glarus, 2007 Gründungsmitglied der Academia Glaronensis, 2010-2014 Vizepräsidentin der Pro Senectute Schweiz und 2011-2017 Vorsitzende des Stiftungsrates der Schweizer Berghilfe. 2009 wurde sie zudem als erste Frau in den Rotary Club Glarus aufgenommen, den sie 2017-2018 präsidierte.

Quellen und Literatur

  • Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Biografischer Katalog 1930-2012, NB-Biokat-Dürst-Kundert_Marianne-1.
  • Leuthold, Ruedi: "Man muss es immer wieder versuchen!" Ruedi Leuthold über Marianne Dürst, in: Glaus, Bruno; Lüond, Karl (Hg.): Läufer, Mietmaul, König. Anwälte an der Schnittstelle von Recht und Macht. 17 Porträts, 2005, S. 27-39.
Kurzinformationen
Variante(n)
Marianne Kundert (Taufname)
Marianne Dürst-Kundert (Ehename)
Lebensdaten ∗︎ 24.1.1961