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KarlBenziger

6.6.1854 Schwyz,23.1.1937 Schwyz, katholisch, von Schwyz und Einsiedeln. Teilhaber des Benziger Verlags in Einsiedeln, prägender Kopf des Verlagsprogramms.

Porträt von Karl Benziger. Öl auf Leinwand von Giorgio Szoldatics, Rom, 1908 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zf.34).
Porträt von Karl Benziger. Öl auf Leinwand von Giorgio Szoldatics, Rom, 1908 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zf.34). […]

Karl Benziger wurde in Schwyz in die Unternehmer- und Verlegerdynastie Benziger hineingeboren. Sein Vater Josef Karl Benziger, nach seinem militärischen Grad «Oberst Benziger» genannt, war Teilhaber in vierter Generation und kaufmännischer Leiter des katholischen Benziger Verlags in Einsiedeln. Seine Mutter Magdalena geborene von Reding stammte aus einem alten Schwyzer Patriziergeschlecht. Die Familie besass je einen Wohnsitz in Einsiedeln und Schwyz. 1876 vermählte sich Benziger mit Josephine von Weber aus Schwyz. Nach deren frühen Tod heiratete er 1883 Marie Louise von Schnüringer, die Tochter eines Schwyzer Hauptmanns und einer neapolitanischen Adligen. Benziger hatte elf Kinder, vier aus seiner ersten, darunter Carl Josef Benziger, und sieben aus seiner zweiten Ehe.

Nach der Primarschule und dem Kollegium Maria Hilf in Schwyz besuchte Benziger die Stiftsschule Einsiedeln, wo die Patres Gall Morel und Albert Kuhn zu seinen Lehrern gehörten. Es folgten ein Rechtsstudium an der katholischen Universität in Löwen und längere Studienreisen nach England und Italien. Mit 22 Jahren trat er 1875 in Einsiedeln ins Familiengeschäft ein. 1878 reiste er in die USA und übernahm in New York für knapp drei Jahre die Co-Leitung der amerikanischen Niederlassungen des Benziger Verlags. 1880 kehrte er nach Einsiedeln zurück und wurde Teilhaber der Firma. Ab 1897 war er Präsident des Verwaltungsrats, dem auch sein jüngerer Bruder Rudolf Benziger angehörte, und grösster Aktionär der neu als Aktiengesellschaft formierten Firma.

Während mehr als vier Jahrzehnten prägte er das inhaltliche Programm des Verlags und war insbesondere bestrebt, die katholische Belletristik auf die Höhe der Zeit zu heben. Er förderte junge Schriftsteller wie Heinrich Federer und bemühte sich um deutsche Erstausgaben fremdsprachiger Literatur. Auf seine Initiative erschien bei Benziger etwa der Roman Quo vadis? des späteren Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz in deutscher Erstübersetzung. Die 1866 gegründete katholische Familienzeitschrift Alte und Neue Welt erlangte unter seiner Direktion in Zusammenarbeit mit den Redaktoren Carl Muth und später Franz von Matt internationales Ansehen.

Als Vorstandsmitglied der deutschen Vereinigung des katholischen Buchhandels verfügte Benziger über weitreichende Kontakte. In seinem Haus verkehrten Künstler, Literaten und Geistliche von Rang. Für seine Verdienste um das katholische Kulturleben erhielt er die päpstliche Auszeichnung Pro Ecclesia et Pontifice. Politisch trat er weniger in Erscheinung als sein Vater, der Nationalrat gewesen war. In jungen Jahren übte er das Amt eines Kantonsrichters aus. Im Militär bekleidete er den Rang eines Hauptmanns.

1924 trat Karl Benziger im Rahmen einer umfassenden Sanierung der Firma von allen seinen geschäftlichen Ämtern zurück. Als Privatier übersiedelte er in die von seiner Frau in die Ehe gebrachte Villa an der Herrengasse in Schwyz. Die letzten Jahre seines Lebens war Benziger, gezeichnet von einem schweren Unfall, ans Haus gebunden.

Quellen und Literatur

  • Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Einsiedeln, Nachlassarchiv Benziger Verlag.
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Lebensdaten ∗︎ 6.6.1854 ✝︎ 23.1.1937