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Meinrada JosefaBenziger

22.1.1835 Einsiedeln, 29.11.1908 Einsiedeln, katholisch, von Einsiedeln. Leiterin des Devotionaliengeschäfts des Benziger Verlags in Einsiedeln und karitativ tätige Schlüsselperson im Familienverband.

Meinrada Josefa Benziger und ihr Ehemann Nikolaus Benziger. Fotografien aus Familienalbum, um 1860 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln). 
Meinrada Josefa Benziger und ihr Ehemann Nikolaus Benziger. Fotografien aus Familienalbum, um 1860 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln). 

Meinrada Josefa Benziger war das siebte Kind von Karl Benziger und Anna Maria geborene Meyer aus Oberägeri. Ihr Vater war Politiker, Buchhändler und zusammen mit seinem Bruder Nikolaus Benziger Inhaber des Benziger Verlags in Einsiedeln. 1854 heiratete Meinrada Josefa ihren Cousin ersten Grades Nikolaus Benziger. Die Allianz der beiden am Verlagsgeschäft beteiligten Linien der Familie Benziger wurde durch die Verwandtschaftsheirat nachhaltig gestärkt. Neben ihrem Mann waren auch ihre drei Brüder Josef Karl, Martin und Joseph Nicholas Adelrich Benziger, sowie zwei Schwäger am Verlagsgeschäft beteiligt. Von ihren sechs Kindern traten später auch die drei Söhne ins Familienunternehmen ein.

Porträt von Meinrada Josefa Benziger am Tag ihrer goldenen Hochzeit. Fotografie, Sachseln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zbd.16.d).
Porträt von Meinrada Josefa Benziger am Tag ihrer goldenen Hochzeit. Fotografie, Sachseln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zbd.16.d). […]

Wie ihre Brüder genoss auch Meinrada Josefa Benziger eine gute Ausbildung. Neben den Einsiedler Dorfschulen erhielt sie Privatunterricht im Elternhaus. Von 1851 bis 1853 besuchte sie in Carouge (GE) das Töchterinstitut der Frauenkongregation Treue Gefährtinnen Jesu. Bereits in jungen Jahren wurde sie in Einsiedeln ins Familiengeschäft eingeführt, wo sie zunächst buchhalterische Aufgaben übernahm. Fast vierzig Jahre lang leitete sie darauf den Devotionalienhandel, der im Benziger Verlag traditionell in weiblichen Händen lag. Zeitweise war sie auch für die Rosenkranzproduktion zuständig, die von sogenannten Kettlerinnen in Heimarbeit erledigt wurde. Ihren Mann begleitete sie auf Geschäftsreisen nach Deutschland und Frankreich.

Ihren Zeitgenossen galt «Frau Nationalrat» bzw. «Frau Ständerat», wie sie nach dem politischen Amt ihres Mannes genannt wurde, als Wohltäterin der Armen. Während rund fünfzig Jahren prägte sie den 1846 von ihrer älteren Schwester Katharina Steinauer-Benziger gegründeten Frauen- und Töchterverein Einsiedeln, den sie ab 1882 präsidierte. Der Verein entfaltete eine rege Tätigkeit im Bereich der Armenfürsorge, der Krankenpflege und der Frauen- und Lehrerinnenbildung. Zudem förderte er das regionale Gewerbe und führte in den frühen 1850er Jahren in Einsiedeln die Strohflechterei ein.

Meinrada Josefa Benziger und ihr Ehemann Nikolaus Benziger. Fotografie, Sachseln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zbd.16.d) und Dankeskarte des Paares anlässlich seiner goldenen Hochzeit an Elise Steinauer, Einsiedeln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln).
Meinrada Josefa Benziger und ihr Ehemann Nikolaus Benziger. Fotografie, Sachseln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Zbd.16.d) und Dankeskarte des Paares anlässlich seiner goldenen Hochzeit an Elise Steinauer, Einsiedeln, 1904 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln). […]

Meinrada Josefa Benziger unterhielt umfangreiche Briefkorrespondenzen im erweiterten Familienkreis und war ein fester Anker im sensiblen Verwandtschaftsgefüge. 1886 und 1891 unternahm sie Reisen in die USA, wo zwei ihrer Söhne sowie weitere Angehörige im Familiengeschäft tätig waren. Sie starb am 29. November 1908 nur wenige Tage nach ihrem Mann, mit dem sie 54 Jahre lang eine in ihren Worten «harmonische Ehe» geführt hatte.

Quellen und Literatur

Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 22.1.1835 ✝︎ 29.11.1908