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OscarBettschart

15.3.1921 Einsiedeln, 18.8.1990 Wädenswil, katholisch, von Einsiedeln. Direktor des Benziger Verlags in Einsiedeln, Vorstandsmitglied in nationalen und internationalen Buchhändlerverbänden.

Oscar Bettschart wurde in die katholische Verlegerfamilie Bettschart geboren. Sein Vater Oskar Bettschart war in der Firma Benziger bis in die höchste Führungsebene aufgestiegen, seine Mutter Stephanie geborene Spörri war die Tochter eines Apothekers aus Einsiedeln. 1958 heiratete Bettschart die Witwe Susanna Fahrländer, geborene Näf, Tochter eines Arztes aus Lenzburg.

Bettschart besuchte die Primarschule in Einsiedeln und die Jesuitenkollegien in Feldkirch und Brig. Das anschliessende Studium der Philosophie und der Germanistik in Freiburg und Basel schloss er mit einer Dissertation über Gottfried Keller ab. Nach einem Aufenthalt in Paris trat Bettschart 1947 als 26-Jähriger in Einsiedeln in die Firma Benziger ein, deren Programm er von 1958 bis 1981 als Verlagsdirektor massgeblich mitgestaltete. Auch seine jüngeren Brüder Benno und Alfred Bettschart hatten leitende Positionen in der Firma inne.

Porträt von Oscar Bettschart. Fotografie aus der Festschrift zu seinem 60. Geburtstag, 1981 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Hib.3.1.d).
Porträt von Oscar Bettschart. Fotografie aus der Festschrift zu seinem 60. Geburtstag, 1981 (Archiv Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Hib.3.1.d).

Wie bereits seinem Vater oblagen ihm primär der Bereich der Theologie sowie die Schulbücher und Lehrmittel, deren Programm er modernisierte. 1969 war er Gründungsdirektor des Verlagsinstituts für Lehrmittel Sabe AG, eines Gemeinschaftsunternehmens des Benziger Verlags und des traditionellen Schulbuchverlags Sauerländer, welches er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1986 leitete. Im Bereich der Theologie arbeitete Bettschart mit Autoren wie Hans Urs von Balthasar, Karl Rahner oder Herbert Haag zusammen und erarbeitete sich den Ruf eines versierten katholischen Verlegers. Getragen von der kirchlichen Aufbruchstimmung im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils förderte Bettschart in den 1960er Jahren den ökumenischen Gedanken. Unter seiner Leitung wurde ab 1969 beispielsweise der mehrbändige Evangelisch-katholische Kommentar zum Neuen Testament herausgegeben. 1970 publizierte Bettschart die viel diskutierte Schrift Unfehlbar? Eine Anfrage von Hans Küng.

Bettschart arbeitete in verschiedenen Verleger- und Buchhändlerorganisationen mit: Von 1955 bis 1957 war er Präsident des Katholischen Buchhändlervereins und Vorsitzender des Dreiländerausschusses des katholischen Buchhandels Österreich, Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Ab 1974 sass er im Vorstand des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbands, dessen Zentralpräsident er 1976 wurde. Ab 1986 übte er ein Verwaltungsratsmandat der Herder AG in Basel aus, einer Niederlassung des katholischen Herder Verlags mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau. Als Oberstleutnant war Bettschart auch in militärischen Kreisen bestens vernetzt.

Quellen und Literatur

  • Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, Einsiedeln, Nachlassarchiv Benziger Verlag.
  • Bettschart, Oskar; Brüschweiler, Willy: Für Wort und Sinn. Festschrift zum 60. Geburtstag des Verlegers Oscar Bettschart, 1981.
  • Grunder, Arthur: In memoriam Oscar Bettschart-Fahrländer 1921-1990, 1990.
  • Nauer, Heinz: Fromme Industrie. Der Benziger Verlag Einsiedeln 1750-1970, 2017. Online: Zenodo, konsultiert am 6.12.2019.
Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 15.3.1921 ✝︎ 18.8.1990