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KarlGutknecht

1811 Nürnberg, 8.11.1873 Bern, aus dem Königreich Bayern. Besitzer einer Druckerei in Bern, Verleger und Publizist.

Neues Schweizerisches Unterhaltungsblatt. Für gebildete Leser aus allen Ständen, Neunte Lieferung 1843. Titelseite mit dem Anfang von Jeremias Gotthelfs Erzählung Elsi, die seltsame Magd (Staatsarchiv Bern, P.C 133). 
Neues Schweizerisches Unterhaltungsblatt. Für gebildete Leser aus allen Ständen, Neunte Lieferung 1843. Titelseite mit dem Anfang von Jeremias Gotthelfs Erzählung Elsi, die seltsame Magd (Staatsarchiv Bern, P.C 133). 

Über Herkunft, Kindheit und Jugend des aus Nürnberg stammenden Karl Gutknechts ist nichts bekannt. Auch der Name seiner Ehefrau, mit der er eine Tochter hatte, bleibt unbekannt. Gutknecht arbeitete sich vom Setzer zum Druckereibesitzer hoch. Bevor er 1848 gemeinsam mit Johann Samuel Albrecht Simmen sowie zwei weiteren Partnern in Bern an der Metzgergasse 91 eine Verlagsdruckerei gründete, die er ab 1850 allein führte, versuchte er sein Glück mit verschiedenen Publikationen. Diese zeichnete er teilweise mit seinem Pseudonym Karl Gutmann. Von kurzlebiger Dauer war die 1841-1842 in Bern erscheinende Zeitschrift Die Kinderzeitung, zu der Albert Bitzius unter seinem Pseudonym Jeremias Gotthelf 1841 ein Vorwort und 1842 die Erzählung Geraldine, die gebesserte Tochter beisteuerte. Gar nur ein Jahr hielt sich die 1843 in Bern verlegte Zeitschrift Malerischer Jugendfreund. Danach wandte sich Gutknecht der Erwachsenenliteratur zu. 1843-1871 wirkte er als Herausgeber und Redaktor der literarischen Zeitschrift Neues Schweizerisches Unterhaltungsblatt, in der drei Erzählungen von Gotthelf erschienen, nämlich 1843 Elsi, die seltsame Magd, 1844 Kurt von Koppigen und 1845 Christens Brautfahrt. Hier publizierten auch Schweizer Autoren wie Johann Jakob Reithard oder Josef Jakob Xaver Pfyffer zu Neueck, die Gutknecht 1843 auf dem Titelblatt zu Werbezwecken als Mitherausgeber aufführte. Im Weiteren erschienen Erzählungen von Arthur BitterLudwig Eckardt, Alfred Hartmann und Thomas Bornhauser. Auch Autoren aus Deutschland und Österreich wie Eduard Maria Oettinger, Joseph Rank, Friedrich Gerstäcker, Fanny Lewald, Adalbert Stifter, Theodor Fontane sowie eine Reihe von Dorfgeschichten-Autoren wie Karl Arnold Schlönbach, Ernst Willkomm oder W.O. von Horn (Pseudonym von Friedrich Wilhelm Philipp Oertel) konnte Gutknecht für seine Literaturzeitschrift gewinnen. Die erhoffte gemeinsame Herausgeberschaft mit Bitzius, Reithard und Pfyffer zu Neueck zerschlug sich rasch, da Bitzius die literarische Qualität des Unterhaltungsblatts nicht mochte. Ab 1855 druckte Gutknecht die radikale Berner Zeitung, deren Redaktion er von 1857 bis zur Fusion 1872 mit der Berner Tagespost übernahm. Im selben Jahr verkaufte Gutknecht seinen Verlag an den Berner Verlag A. Lang, Blau & Co.

Quellen und Literatur

  • Mitteilungen für den Verein schweizerischer Buchdruckereibesitzer, 1873/10, S. 89-90 (Nachruf).
  • Berner Tagespost, 11.11.1873 (Nachruf).
  • Reiling, Jesko: «Kommentar zu "Jeremias Gotthelf: Vorrede zur Kinderzeitung"», in: Mahlmann-Bauer, Barbara; Graf Vargas, Ruedi et al. (Hg.): Schulpolitische Publizistik 1824-1849, Bd. 2: Kommentar, in Vorbereitung (Historisch-kritische Gesamtausgabe / Jeremias Gotthelf, Abt. F/2).
Kurzinformationen
Variante(n)
Carl Gutknecht
Carl Gutmann (Pseudonym)
Karl Gutmann (Pseudonym)
Lebensdaten ∗︎ 1811 ✝︎ 8.11.1873

Zitiervorschlag

Reiling, Jesko: "Gutknecht, Karl", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.04.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/058884/2020-04-08/, konsultiert am 25.11.2020.