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TheodorMüller

12.11.1790 Strelitz-Alt, 23.7.1857 Hofwil, protestantisch, aus dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. Pädagoge und Schulreformer.

Theodor Müller während seiner Zeit in Hofwil. Bleistiftzeichnung von Franz Joseph Leopold, 1819 (Burgerbibliothek Bern, FA von Fellenberg 193.1, Nr. 2).
Theodor Müller während seiner Zeit in Hofwil. Bleistiftzeichnung von Franz Joseph Leopold, 1819 (Burgerbibliothek Bern, FA von Fellenberg 193.1, Nr. 2).

Theodor Müller wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater Friedrich Philipp Müller war Lehrer und Notar. Die Mutter starb früh. Ab 1810 studierte Müller Evangelische Theologie an der Universität Jena. 1811 trat er einer Studentenverbindung bei und begeisterte sich für patriotische Ideen. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel brach er 1812 das Studium ab, kehrte in die Heimat zurück, wurde nach bestandener Prüfung Kandidat des Predigtamts und arbeitete als Privatlehrer. Nach einer Empfehlung durch seinen Studienkollegen Ulrich Becker sowie seinen Bekannten Friedrich Kortüm, die beide im Institut von Hofwil unterrichteten, bot dessen Leiter Philipp Emmanuel von Fellenberg Müller im Juli 1815 eine Stelle an. Ende 1815 kam Müller in Hofwil an, wo er einen Teil des Religionsunterrichts übernahm und später als Geschichtslehrer wirkte. In Hofwil war er mit wenigen kurzen Unterbrechungen – erwähnt seien seine Studien in Heidelberg 1819, der Lehrauftrag am Pädagogium in Basel 1822 und Murten 1838 – bis zur Schliessung der Anstalt nach Fellenbergs Tod 1844 an allen Abteilungen tätig.

Titelseite der Erstausgabe von Theodor Müllers Deutschen Sprachlehre, zunächst für Berner Volksschulen. Herausgegeben 1838 durch die Verlagsbuchhandlung von J.F.J. Dalp in Bern, Chur und Leipzig (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, L 7510).
Titelseite der Erstausgabe von Theodor Müllers Deutschen Sprachlehre, zunächst für Berner Volksschulen. Herausgegeben 1838 durch die Verlagsbuchhandlung von J.F.J. Dalp in Bern, Chur und Leipzig (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, L 7510). […]

Müllers Verhältnis zu Fellenberg war schwierig, jedoch geprägt von gegenseitigem Respekt, während das Kollegium ihn aufgrund seiner guten Beziehungen zu den Schülern schätzte. Seine 1838 verfasste Deutsche Sprachlehre, zunächst für Berner Volksschulen war beliebt und schnell vergriffen. Das mehrfach nachgedruckte Lehrmittel wurde nach Erscheinen in Hofwil und bald darauf in den Berner Landschulen eingeführt. Nachdem der Kanton Bern die Übernahme des Instituts in Hofwil 1838 abgelehnt hatte, bat Müller 1839 Albert Bitzius um dessen Unterstützung, um den Fortbestand der Anstalt zu sichern. Obschon Bitzius wegen seiner Differenzen mit Fellenberg zurückhaltend reagierte, entstand eine Freundschaft. Wohl bis Ende 1845 korrespondierten Müller und Bitzius regelmässig und trafen sich in Wirtshäusern zwischen Hofwil und Lützelflüh. In den letzten Jahren seines Lebens setzte sich Müller in seiner Funktion als Gymnasiallehrer in Bern, als Vorstand der Berner Synode und bis zuletzt als Schulinspektor für die Berner Volksbildung ein.

Quellen und Literatur

  • Müller, Theodor: Deutsche Sprachlehre, zunächst für Berner Volksschulen. Nach den in den Hofwyler Wiederholungskursen 1834 und 1835 gehaltenen Vorträgen bearbeitet, 1838.
  • Blatter, Christian: Das Berner Volksschulwesen, wie es ist und sein sollte. Eine vom Kantonallehrerverein gekrönte Preisschrift, 1847.
  • Pabst, Karl Robert: Der Veteran von Hofwyl, 3 Bde., 1861-1863.
Kurzinformationen
Variante(n)
Viktor Bernhard Theodor Müller (Taufname)
Lebensdaten ∗︎ 12.11.1790 ✝︎ 23.7.1857