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StefanoRiva

3.12.1736 Lugano, 1790 Fermo (Marken, vielleicht in Folge eines Unfalls), katholisch, von Lugano. Priester, apostolischer Internuntius in Paris und Statthalter des Kirchenstaats.

Porträt von Monsignore Stefano Riva, Carlo Francesco Rusca zugeschrieben. Öl auf Leinwand, 1760er Jahre, 104 x 75 cm (Collezione marchesi Monti Riva di Lugano, Lugano; Fotografie Giuseppe & Luigi Malcangi, Pinacoteca cantonale Giovanni Züst, Rancate, 2020).
Porträt von Monsignore Stefano Riva, Carlo Francesco Rusca zugeschrieben. Öl auf Leinwand, 1760er Jahre, 104 x 75 cm (Collezione marchesi Monti Riva di Lugano, Lugano; Fotografie Giuseppe & Luigi Malcangi, Pinacoteca cantonale Giovanni Züst, Rancate, 2020). […]

Stefano Riva war der Sohn des Arztes und Luganeser Notabeln Giovanni Battista Riva und der Marianna Castoreo, ebenfalls Angehörige einer der einflussreichsten Familien der Stadt, sowie Urenkel des Kaufmanns Stefano Riva (1628-1714). Innerhalb der Riva gehörte er zur adligen Linie, seine Taufpaten waren der Graf und Abt Francesco Saverio Riva und die Gräfin Regina Francesca Riva. Nach der Ernennung zum Priester machte Riva, der in den Quellen normalerweise den Titel Monsignore trägt, eine bemerkenswerte Karriere im Dienst des Heiligen Stuhls (sowohl im Kirchenstaat selber als auch im Ausland). Anfang der 1770er Jahre erscheint er in Paris als Auditor bei Bernardino Giraud, dem apostolischen Nuntius am Hof Ludwigs XV., und als Internuntius. 1771 überreichte er als apostolischer Gesandter den Kardinalshut an Charles-Antoine de La Roche-Aymon, Erzbischof von Reims und Grossalmosenier des Königs. Im Kirchenstaat wurde er 1775 zum Statthalter der Sabina ernannt, 1785 von Benevento, Orvieto und Fermo. In Orvieto wurde er 1781 in das Stadtpatriziat aufgenommen, ein ewiges Recht, das die gesamte Familie miteinschloss.

Wappen von Monsignore Stefano Riva auf dem Umschlag eines Sonetts, das Pier Ignazio Marcantoni ihm zu Ehren geschrieben und Giuseppe Agostino Paccaroni in Fermo publiziert hat. Gold- und Silberstickerei auf Stoff, 1785, abgebildet in Storia della famiglia Riva, 1971, Bd. 1, S. 285 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Nq 112739/1).
Wappen von Monsignore Stefano Riva auf dem Umschlag eines Sonetts, das Pier Ignazio Marcantoni ihm zu Ehren geschrieben und Giuseppe Agostino Paccaroni in Fermo publiziert hat. Gold- und Silberstickerei auf Stoff, 1785, abgebildet in Storia della famiglia Riva, 1971, Bd. 1, S. 285 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Nq 112739/1). […]

Riva pflegte auch Kontakte nach Luzern: Eine seiner Cousinen hatte sich in die Familie Amrhyn eingeheiratet und er selbst stand in Briefkontakt mit dem Schultheissen Walter Ludwig Leonz Amrhyn (mit einem von dessen Söhnen hatte er während seines Aufenthalts in Paris Bekanntschaft gemacht). Diese Kontakte waren Teil eines Beziehungsgeflechts, das sowohl die Riva als auch die Castoreo seit Jahrzehnten mit der bedeutendsten katholischen Stadt der Schweiz unterhielten. Letztere stellten zwischen 1739 und 1780 auch den Kanzler und später den Geschäftsträger an der Luzerner Nuntiatur, was Rivas Karriere im Dienst des Heiligen Stuhls erklären könnte.

Stefano Rivas Werdegang veranschaulicht zum einen, dass auch hohen Klerikern aus dem Tessin eine prestigeträchtige, internationale Karriere möglich war, zum andern belegt er die engen Verbindungen zwischen der Führungsschicht der ennetbirgischen Vogteien und den Eliten der katholischen Kantone, insbesondere Luzerns.

Quellen und Literatur

  • Archivio storico della città di Lugano, Lugano, Fondo antico del comune di Lugano; Fondo Famiglia Riva.
  • Staatsarchiv Luzern, Luzern, Familienarchiv Amrhyn.
  • Fidecommesso Riva (Hg.): Storia della famiglia Riva, 3 Bde., 1972-1993.
  • Schnyder, Marco: Famiglie e potere. Il ceto dirigente di Lugano e Mendrisio tra Sei e Settecento, 2011.
  • Agustoni, Edoardo; Pedrini Stanga, Lucia (Hg.): Dentro i palazzi. Uno sguardo sul collezionismo privato nella Lugano del Sette e Ottocento: le quadrerie Riva, 2020.
Weblinks
Kurzinformationen
Variante(n)
Stefano Francesco Riva (Geburtsname)
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 3.12.1736 ✝︎ 1790

Zitiervorschlag

Marco Schnyder: "Riva, Stefano", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.05.2023, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/059602/2023-05-26/, konsultiert am 19.05.2024.